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Diese Seite drucken ...mengenmäßige Belastungen

Unter dem Begriff der mengenmäßigen Belastungen fasst die mecklenburg-vorpommersche Wasserwirtschaftsverwaltung in der Bestandsaufnahme alle anthropogenen Einwirkungen auf die natürliche Wassermenge in Gewässern zusammen. Solche Einwirkungen können zum einen Wasserentnahmen zu einem bestimmten Zweck wie zum Beispiel der landwirtschaftlichen Beregnung sein, zum anderen Wasserableitungen oder -zuleitungen, das heißt die künstliche Ab- und Zuleitung von Wasser aus einem Gewässer in ein anderes, oder auch schließlich die Wassereinleitung, wie sie beispielsweise mit jeder Abwassereinleitung aus einer Kläranlage oder aus einer Misch- oder Trennkanalisation erfolgt. Die Richtlinie 2000/60/EG - die Wasserrahmenrichtlinie - fordert selbst nur, signifikante Wasserentnahmen zu ermitteln. Es ist aber im Grundsatz sinnvoll, unter dem Gesichtspunkt der mengenmäßigen Belastung auch andere Einwirkungen auf die Wassermenge zu betrachten, weil sie bei manchen Gewässern schwererwiegende Folgen für die Wassermenge haben können als Wasserentnahmen.
 
 
Von den knapp siebzig in der Bestandsaufnahme ermittelten Entnahmen aus WRRL-relevanten Oberflächengewässern entfallen neun Wasserentnahmen auf Standgewässer. Die entnommenen Mengen sind über das Jahr unterschiedlich und witterungsabhängig, insbesondere wenn sie der landwirtschaftlichen und gärtnerischen Bewässerung dienen. Die Lage der Entnahmestellen weist die folgende Karte aus. Von Entnahmen betroffen sind der Faule See bei Schwerin, der Teterower, Malchiner, Krakower und Plauer See, der Orthsee bei Hohen Wangelin, der Fleesensee bei Malchow und die Müritz. Für die Wassermengen dieser Seen sind die Entnahmen jedoch von weitgehend untergeordneter Bedeutung, zumal es sich bei ihnen um durchflossene Seen handelt, Fließgewässer also laufend für hinreichenden Wassernachschub sorgen.

 

Wasserentnahmestellen an den
WRRL-relevanten Standgewässern
Mecklenburg-Vorpommerns


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(pdf, 209 kb)

 

Wasserent-
nahme
Von wesentlich größerer Bedeutung können mengenmäßige Belastungen sein, die Wasserableitungen im Zusammenhang mit der Abflussregulierung von Standgewässern verursachen. Prominentes Beispiel ist in Mecklenburg-Vorpommern die Steuerung der Mecklenburgischen Oberseen, auf die das Kapitel „Abflussregulierungen der Standgewässer“ näher eingeht. Seen werden hier in technischer Weise zur Wasserspeicherung für die der Schiffahrt dienende Niedrigwasseraufhöhung von Fließgewässern oder den Hochwasserschutz genutzt.
 
Wasser-
ableitung
Auch die Einleitung von Abwasser, sei es von behandeltem Abwasser aus Kläranlagen, von unbehandeltem oder mechanisch behandeltem Mischwasser aus Mischkanalisationen oder von Niederschlagswasser aus Trennkanalisationen, hat Einfluss auf Wassermenge und Wasserhaushalt eines Gewässers. Unter dem Gesichtspunkt der mengenmäßigen Beschaffenheit interessiert bei solchen Einleitungen nur die Menge bzw. die je Zeiteinheit maximal eingeleitete Menge, nicht aber die Frage, wie das Abwasser stofflich befrachtet sei. Im Gegensatz zu manchen Fließgewässern dürften Abwassereinleitungen jedoch bei den in der Bestandsaufnahme betrachteten ausschließlich größeren Seen mit einer Wasserfläche von mindestens 50 ha in aller Regel mengenmäßig kaum ins Gewicht fallen. Wie sich die mit dem Abwasser eingeleiteten Stofffrachten auf die Standgewässer auswirken, erörtert das Kapitel „punktuelle Standgewässerbelastungen“. Dort finden Sie auch eine Darstellung der Standorte der in der Bestandsaufnahme ermittelten Abwassereinleitstellen an den WRRL-relevanten Standgewässern Mecklenburg-Vorpommerns.
 
Wasser-
einleitung

 

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