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Diese Seite drucken ...Abflussregulierung

Die Richtlinie 2000/60/EG – die Wasserrahmenrichtlinie – fordert, signifikante Abflussregulierungen von Standgewässern einschließlich Wasserüber- und Wasserumleitungen zu ermitteln. Abflussregulierungen an Standgewässern dienen vorwiegend dem Halten eines Stauzieles und dem Heben und Senken der Wasserstände. Die Landbewässerung und -entwässerung, der Rückhalt von Wasser für die Niedrigwasseraufhöhung von Fließgewässern in den Sommermonaten sowie das Vorhalten einer Staulamelle für den Hochwasserschutz waren oft Anlass zur Errichtung von Abschlussbauwerken an der Ausmündung zahlreicher durchflossener Seen in Mecklenburg-Vorpommern. Hinsichtlich des Umfanges der Standgewässerregulierung ist die Speicherbewirtschaftung der Mecklenburgischen Oberseen von besonderer Bedeutung.
 
 
Von den 174 WRRL-relevanten Standgewässern Mecklenburg-Vorpommerns werden 164 (94 %) von Fließgewässern durchflossen, von diesen 164 Standgewässern wiederum sind 47 (29 %) in ihrem Abfluss reguliert. Bei der Erhebung von Daten zu den abflussregulierenden Bauwerken geht die Wasserwirtschaftsverwaltung in der Bestandsaufnahme in gleicher Weise vor, wie ausführlich im Kapitel „Abflussregulierungen der Fließgewässer“ für die WRRL-relevanten Fließgewässer dargestellt. Im Ergebnis werden 37 Wehre verschiedener Bauwerkstypen, vier Sohlrampen/-gleiten und sechs sonstige Bauwerke (zum Beispiel Schleusen) als abflussregulierende Anlagen an den WRRL-relevanten Standgewässern ermittelt. Die Standorte der Anlagen sind in nachfolgender Karte dargestellt.
 

Abflussregulierende Bauwerke an den
WRRL-relevanten Standgewässern
Mecklenburg-Vorpommerns


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(pdf, 1,2 mb)

 

abfluss-
regulierende Bauwerke
Die Speicherbewirtschaftung der Mecklenburgischen Oberseen spielt eine wesentliche Rolle für den Wasserhaushalt in den Einzugsgebieten von Elde und Havel. Zur Regulierung der Müritz, des Kölpinsees, Fleesensees, Malchower Sees, Petersdorfer Sees und Plauer Sees existieren Steuerungsanlagen in Plau an der Schleuse der Müritz-Elde-Wasserstraße, an der Mirower Schleuse zur Müritz-Havel-Wasserstraße und an der ehemaligen Bolter Schleuse am Bolter Kanal zur Alten Fahrt. Die Anlagen dienen vorwiegend der Schiffahrt während der intensiven Schleusungsperioden an den Bundeswasserstraßen, dem Hochwasserschutz im Winter und Frühjahr sowie der Sicherstellung der Wasserzufuhr in den Sommermonaten, vor allem für die von der Binnenfischerei betriebenen Aquakulturen und den landschaftlich notwendigen Mindestabfluss. Maßgabe des Steuerungsprinzips ist die Schaffung eines (räumlich-)zeitlichen Ausgleichs des Dargebotes, das heißt, das in der Speicherlamelle zur Verfügung stehende Wasser wird in der dargebotsreichen Zeit (Winter/Frühjahr) gespeichert und in der dargebotsarmen Zeit des Sommers zur Bilanzstützung in die Müritz-Elde-Wasserstraße bzw. Müritz-Havel-Wasserstraße abgegeben. Die folgenden Tabellen und Darstellungen geben Beispiele und einige Kennziffern für die Bewirtschaftung der Mecklenburgischen Oberseen.

 

Kenngrößen für die Speicherbewirtschaftung:
 

Einzugsgebiet der Elde bis zur Ausmündung am Plauer See

» 1.230 km²

Gesamtvolumen der Mecklenburgischen Oberseen

» 1,25 Mrd. m³

bewirtschafteter Speicherraum

» 116 Mio. m³ (9 % des Gesamtvolumens)

Speicherlamelle

55 cm (zwischen W = 165 cm und W = 220 cm am Pegel Waren)

 
Mittlere langjährige Abflüsse an den Abgabestellen:
 

MQ Mirow

1,22 m³/s

Reihe 1955-2004 ohne 1959

MQ Bolt

0,551 m³/s

Reihe 1983-2004

MQ Plau

2,76 m³/s

Reihe 1957-2004

 
Mittlere Abflüsse an den Abgabestellen im hydrologischen Jahr 2001:
 

MQ Mirow

0,824 m³/s

MQ Bolt

0,609 m³/s

MQ Plau

1,66 m³/s

 

 
Ganglinie zur Verdeutlichung der Beanspruchung der nutzbaren Speicherlamelle:
 
Durchflussganglinie zur Niedrigwasseraufhöhung für die Schiffahrt auf der Müritz-Havel-Wasserstraße am Beispiel des Trockenjahres 2003:
 
Durchflussganglinie zur Niedrigwasseraufhöhung für die Schiffahrt auf der Müritz-Elde-Wasserstraße am Beispiel des Trockenjahres 2003:

 

Mecklenbur-
gische Ober-
seen

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