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Diese Seite drucken ...Schutzgebietsverzeichnis

Nach Wasserrahmenrichtlinie hat die Wasserwirtschaftsverwaltung bis zum Ende des Jahres 2004 ein Schutzgebietsverzeichnis zu erstellen. Als Schutzgebiet ist in diesem Zusammenhang ein Gebiet zu verstehen, für das ein besonderer Schutzbedarf gemäß EU-Rechtsvorschriften zum Schutz der Oberflächengewässer und des Grundwassers oder zur Erhaltung von unmittelbar vom Wasser abhängigen Lebensräumen und Arten festgestellt wurde. Das Verzeichnis enthält somit folgende nach EU-Recht ausgewiesene Schutzgebiete:
  • Gebiete zum Schutz wasserabhängiger Lebensräume und Arten nach der Richtlinie 92/43/EWG des Rates der Europäischen Gemeinschaften zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) und der Richtlinie 79/409/EWG des Rates der Europäischen Gemeinschaften über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (Vogelschutzrichtlinie)
  • gefährdete und empfindliche Gebiete nach der Richtlinie 91/676/EWG des Rates der Europäischen Gemeinschaften zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen (Nitratrichtlinie) und der Richtlinie 91/271/EWG des Rates der Europäischen Gemeinschaften über die Behandlung von kommunalem Abwasser (Kommunalabwasserrichtlinie)
  • Fisch- und Muschelgewässer nach der Richtlinie 78/659/EWG des Rates der Europäischen Gemeinschaften über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungsbedürftig ist, um das Leben von Fischen zu erhalten (Fischgewässerrichtlinie) und der Richtlinie 79/923/EWG des Rates der Europäischen Gemeinschaften über die Qualitätsanforderungen an Muschelgewässer (Muschelgewässerrichtlinie)
  • Badegewässer nach der Richtlinie 76/160/EWG des Rates der Europäischen Gemeinschaften über die Qualität der Badegewässer (Badegewässerrichtlinie) sowie
  • Gebiete zum Schutz wirtschaftlich bedeutender aquatischer Arten. Solche Gebiete wurden in Mecklenburg-Vorpommern bisher nicht festgesetzt.

 

Darüber hinaus soll das Verzeichnis alle Wasserkörper aufführen, aus denen man mehr als 10 m³ täglich oder für mehr als fünfzig Personen Trinkwasser fördert, sowie die zu ihrem Schutz gegebenenfalls festgelegten Gebiete (Trinkwasserschutzgebiete).

 

 
Die Auswahl der Vorschlaggebiete gemäß Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und der Gebiete gemäß Vogelschutzrichtlinie, für die die Erhaltung oder Verbesserung des Wasserzustandes von Bedeutung ist, folgt im Wesentlichen der vom Bundesamt für Naturschutz entwickelten Liste wasserabhängigee Lebensraumtypen und Arten. In Mecklenburg-Vorpommern finden sich insgesamt 214 wasserabhängige Vorschlaggebiete gemäß Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Sie nehmen 20,4 % der Landesfläche einschließlich der Küstengewässer ein. Des Weiteren bestehen 15 wasserabhängige Gebiete gemäß Vogelschutzrichtlinie mit einer Gesamtfläche von 4.294 km². Dies entspricht 18,6 % der Landesfläche einschließlich der Küstengewässer.

 

Die Gebiete zum Schutz wasserabhängiger Lebensräume und Arten sind im Kapitel „Berichterstattung“ in den Tabellenanhängen der Berichte zu den Flussgebietseinheiten Warnow/Peene, Schlei/Trave, Elbe und Oder namentlich aufgeführt und in den folgenden beiden Karten dargestellt.

 

Wasserabhängige Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (Vorschlaggebiete) in Mecklenburg-Vorpommern

 
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Wasserabhängige Vogelschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern

 
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Gebiete zum Schutz wasserabhängiger Lebensräume und Arten
Die Bundesrepublik Deutschland hat gemäß Artikel 5 der Nitratrichtlinie von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, keine gefährdeten Gebiete auszuweisen. Dagegen wurde die gesamte Landesfläche einschließlich der Küstengewässer mit der mecklenburg-vorpommerschen Verordnung über die Behandlung von kommunalem Abwasser (Kommunalabwasserverordnung) als empfindliches Gebiet gemäß Kommunalabwasserrichtlinie festgesetzt.

 

gefährdete und empfindliche Gebiete
In Mecklenburg-Vorpommern wurden die Untere Warnow und die Beke als Fischgewässer (Cyprinidengewässer) gemäß Fischgewässerrichtlinie ausgewiesen. Sie wurden mit der mecklenburg-vorpommerschen Verordnung über die Qualität von Süßwasser, das schutz- oder verbesserungswürdig ist, um das Leben von Fischen zu erhalten (Fischgewässerverordnung) festgelegt. Die Fischgewässer sind in der folgenden Karte dargestellt. Muschelgewässer gemäß Muschelgewässerrichtlinie gibt es in Mecklenburg-Vorpommern nicht.

 

Ausgewiesene Fischgewässer in Mecklenburg-Vorpommern

 
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Fisch- und Muschelgewässer
In Mecklenburg-Vorpommern sind 448 Badestellen an Badegewässern gemäß Badegewässerrichtlinie vorhanden. Davon befinden sich vier Badestellen an Fließgewässern, 279 an Standgewässern und 165 an Küstengewässern. Badegewässer und Badestellen unterliegen der mecklenburg-vorpommerschen Landesverordnung über hygienische Anforderungen an Badestellen (Badestellen-Hygiene-Verordnung).

 

Die Badestellen in Mecklenburg-Vorpommern sind im Kapitel „Berichterstattung“ in den Tabellenanhängen der Berichte zu den Flussgebietseinheiten Warnow/Peene, Schlei/Trave, Elbe und Oder namentlich aufgeführt und in der folgenden Karte dargestellt.

 

Badegewässer bzw. Badestellen in Mecklenburg-Vorpommern

 
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Badegewässer
Als Gebiete für die Entnahme von Wasser für den menschlichen Gebrauch werden in Mecklenburg-Vorpommern alle Trinkwasserschutzgebiete erfasst. Trinkwasserschutzgebiete werden auf Grundlage des § 19 Wasserhaushaltsgesetz in Verbindung mit § 19 des Landeswassergesetzes Mecklenburg-Vorpommern als Wasserschutzgebiete durch Rechtsverordnung festgesetzt.

 

In Mecklenburg-Vorpommern finden sich 736 Trinkwasserschutzgebiete. Sie nehmen insgesamt eine Fläche von 4.084 km² ein und haben damit einen Anteil von 17,7 % an der Landesfläche. Die Trinkwasserschutzgebiete sind im Kapitel „Berichterstattung“ in den Tabellenanhängen der Berichte zu den Flussgebietseinheiten Warnow/Peene, Schlei/Trave, Elbe und Oder namentlich aufgeführt und in der folgenden Karte dargestellt.

 

Trinkwasserschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern

 
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Aus allen Grundwasserkörpern auf dem Festland Mecklenburg–Vorpommerns (einschließlich der Inseln Rügen und Usedom) wird mehr als 10 m³ Wasser täglich für den menschlichen Verbrauch bzw. Wasser für die Versorgung von mehr als fünfzig Personen gefördert.
 

Dagegen wird aus lediglich zwei Oberflächenwasserkörpern mehr als 10 m³ Wasser täglich für den menschlichen Verbrauch bzw. Wasser für die Versorgung von mehr als fünfzig Personen entnommen. Es handelt sich um einen Fließgewässerkörper der Warnow, aus dem Trinkwasser für den größten Teil der Einwohner der Hansestadt Rostock bezogen wird, und einen Standgewässerkörper für einen Teil der Wasserversorgung der Stadt Schwerin.

 

Trinkwasser-
schutzgebiete

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